Klientenzentrierte Psychotherapie

Die Klientenzentrierte Psychotherapie wurde in den 40iger Jahren des vergangenen Jahrtausends in Kalifornien vom Psychologen Carl Ramson Rogers (1902-1987) entwickelt.

Die klientenzentrierte Psychotherapie ist eine ressourcenorientierte Beziehungstherapie. Techniken und Methoden werden in dieser Therapierichtung nicht oder mit großer Zurückhaltung eingesetzt, da einige Techniken sehr manipulativ sind. In jenem Moment, wo ich darauf verzichte, auf Ihr Verhalten einzuwirken und mich stattdessen dem Risiko einer Beziehung mit Ihnen aussetze, verzichte ich auch darauf, Sie zu manipulieren. Das Instrument, die Methode, ist demnach der/die Therapeut/in selbst. Die Persönlichkeit des/der Therapeuten/in ist Vorbild, Modell und Alter Ego des/der Klienten/in. Die Grundhaltungen drücken sich in der Persönlichkeit des/der Therapeuten/in aus, welche der/die Klient/in von Anfang an wahrnimmt.

Die Psychoherapie hilft mir dabei, meine Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen

Von zentraler Bedeutung in dieser Therapierichtung ist, dass sich die Person als jemand erlebt, die fähig ist, ihre Probleme selbst zu lösen und sich nicht vor einem Gegenüber befindet, das von sich behauptet ihre Probleme lösen zu können. Gerade diese Abhängigkeit von anderen Menschen soll in dieser Therapierichtung, die die Autonomie, Freiheit und Eigenverantwortlichkeit des Menschen fördert, aufgelöst werden. Es wird also dem Menschen, der hier Klient/in genannt wird, um die Partnerschaftlichkeit zu betonen, das vollste Vertrauen entgegengebracht, dass er sich selbst verwirklichen möchte und alle dafür nötigen Eigenschaften in sich trägt.

Für viele KlientInnen ist gerade am Anfang der Psychotherapie diese ihnen eingeräumte Freiheit sehr ungewohnt und daher befremdend. Manche fühlen sich sogar alleingelassen von ihrem/ihrer Therapeuten/in. Wer gar jahrzehntelang erlebt hat (er muss es nicht einmal gehört haben, hat aber durch eine “Alles für ihn tun-Haltung”suggeriert bekommen, dass er es alleine nicht kann) kein selbstständiges Leben führen zu können, muss sich langsam erst daran gewöhnen, dass ihm seine Eigenständigkeit zugetraut wird. Dabei braucht er/sie selbstverständlich Hilfe und Unterstützung, daher ist der/die Therapeut/in immer dicht am Geschehen dran, nach dem Grundsatz: “ich versuche in Ihren Schuhen zu gehen, es ist mir aber jederzeit bewusst, dass es Ihre Schuhe sind”. Damit sich das Ziel der klientenzentrierten Psychotherapie erfüllen kann, ist eine Veränderung der Beziehung des/der Klienten/in zu sich selbst notwendig. Dies geschieht in einer Atmosphäre, die es ermöglicht eigene Bedürfnisse zu erkennen, zu sich selbst zurückzufinden und sich nicht zu beurteilen. Es versteht sich daher von selbst, dass Sie keine konkreten Ratschläge und Tipps von Seiten des/der Therapeuten/in erhalten. Im Laufe der Psychotherapie werden Sie offener, selbstfürsorglicher, selbstwertschätzender, achtsamer und einfühlender mit sich selbst umgehen, das hat natürlich auch eine Veränderung in Ihrem Verhalten zur Folge. Um sich zu verändern brauchen Sie sich also nicht anzustrengen, umzuerziehen, Regeln zu unterwerfen. Sie müssen sich “nur” selbst wertschätzen und anerkennen, mit all ihren Fehlern, Schwächen und Stärken, dann verändern sie sich. Was so einfach klingt ist natürlich ein Prozess, der mit vielen unterschiedlichen Gefühlszuständen wie Schmerz, Wut, Widerständen gegen Veränderung usw. verbunden ist. Bei diesem Prozess, bei dem Sie die Hauptarbeit leisten müssen, möchte ich Sie gerne begleiten: “Ich führe Sie zur Tränke, trinken müssen Sie selber”

Kontakt

Mag. Johanna Böhm-Schöller
Praxis für Psychotherapie

Eßlinggasse 18/9
1010 Wien
0664 / 520 67 98
info@boehm-schoeller.at